Manga lesen ist manchmal eine langfristige Verpflichtung. Aktuell (2017) lese ich One Piece... ein Manga der etwa 11 Jahre hier schön läuft <.<;;; Doch es gibt natürlich auch für Manga das Gegenteil, den Einzelband, oder wie die Amerikaner es nennen: Der One Shot. Heute ein kleiner Blick auf diese Vertreter der Mangasparte. 

 

Das Wesen eines Einzelbandes

Das Besondere am One Shot ist die Geschichte die innerhalb eines Bandes beendet und auserzählt ist. Ich persönlich stelle mir so etwas fürchterlich schwierig vor, also meine Geschichte bewusst einzugrenzen und zu limitieren... ein Problem das nicht nur normalsterbliche, sondern auch Mangakas haben XD

 

Oft gibt es ja auch bei langen Reihe den Fall das die Dicke der Bänder dann mal abweicht: So hat z.B. der letzte Band von Soul Eater mal eben 50 Seiten mehr als die vorherigen Bände, oder die Reihe Home Sweet Home dessen dritter Band mal eben 30 Seiten weniger aufweist als der Zweite. Es ist also nicht immer so simpel für einen Geschichtenschreiber seine Geschichte in ein Band zu pressen: Eine Geschichte muss schnell und klar auf den Punkt kommen (will heißen größere Mysterien fallen weg), Charaktere müssen fix und klar definiert sein und allgemein darf sich nicht so lange an Details aufgehangen werden. Ist es nicht Ironie das ausgerechnet Liebesmanga (natürlich vor allem Homosexuelle) eines der beliebtesten Genres der One Shots ist?


Ich finde das irgendwie ziemlich seltsam, ich meine gerade die Liebe, das Kennenlernen, das Verstehen des Gegenübers sollte eigentlich viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als 180 Seiten, doch gerade diese kurzen Liebesabenteuer scheinen sich manchmal nahezu anzubieten. Es gibt ja auch Manga die eine Romanze eeeeendlos in die Breite treten bis sich überhaupt mal beide Personen zu ihrer Liebe bekennen, verständlich das da mal eine unkomplizierte Variante erfrischender wirkt ^^

 

One Shot: Die Chance der Deutschen ?

Es ist wohl nicht von Ungefähr das ein großteil der deutschen Manga (oder GerMangas wer's in Fachbegriffen mag ~~) One Shots sind. Ich selber glaube das hat auch finanzielle Gründe: Es dauert sehr lange einen kompletten Band zu zeichnen, und die Geduld der Käufer ist nicht endlich. In Japan haben viele Mangaka die Chance ihre Reihen Kapitelweise in Sammelbändern zu packen, etwas das hierzulande einfach nicht umsetzbar ist. Wenn also ein deutscher Zeichner eine Serie über zehn Bände konzipiert brauchen die Leser viel Geduld und der Verlag meistens sehr viel Großmut, denn ein-zwei Bände pro Jahr sind sicher alles andere als rentabel.


Doch Werke wie Serial Sausage Slaughter von David Füleki oder Herrscher aller Welten von Christina Plaka zeigen das Mangaka auch im kleinen Rahmen großen Eindruck auf den Leser hinterlassen können.

 

Was mich auch zu Covern bringt: Geht es nur mir so oder wirken Cover von One Shots in der Mehrheit besser als bei langen Reihen? Ich meine der Mangaka eines Einzelbandes hat ja auch nur einen Versuch: Sein Titel steht drei Wochen bei den Neuheiten im Regal und dann ist Ende, er muss also mit einem einzigen Cover die Aufmerksamkeit des Lesers gewinnen, anders als z.B. längere Reihen die das mehrmals versuchen können. Ist natürlich nur mein subjektives Empfinden, doch ich denke meistens bringen Einzelbände ihre Covers mehr "auf den Punkt" und sind eindeutiger als die breitere Konkurrenz.

 

Überraschendes

Vorteil eines Einzelbandes ist natürlich auch: Es kann viel mehr passieren. Wenn der Held nach 30 Bänden stirbt nimmt das Viele mit, doch bei einem One Shot kann er natürlich sofort sterben, zu recht oder zu unrecht sei dahingestellt. Selbstverständlich macht diese Eigenschaft den Einzelband zu einen guten Kandidaten für Horror- und Kurzgeschichten.


Überhaupt finden viele kürzere Episoden ohne größere Rahmenhandlung in so einem One Shot einen guten Raum für Zeichner sich auch mal freier auszutoben und zu experementieren, z.B. mit seltsamen Idee, Set Ups oder Figuren. Man sollte sich mal beispielsweise den Einzelband "Romance Dawn" von Eiichiro Oda oder "Dragon Boy" von Akira Toriyama genauer ansehen: Definitiv die "Prototypen" ihrer späteren Megaseller One Piece und Dragonball ^^


Es gibt ja auch tatsächlich Manga die heutzutage lange Reihen für sich verbuchen... aber nicht so angedacht waren. Hättet ihr z.B. Gewusst das Werke wie "Sankarea", "Sie liebt gefährlich" oder auch "Soul Eater" im Ursprung eigentlich nur als Einzelband geplant waren? Was man auch irgendwie erkennt: Alle diese Manga basieren auf seltsamen Grundideen, nur das man diese auf längere Geschichten ausbauen konnte war da wohl anfangs noch die Frage XD

 

Ich und One Shots ^^

Ich privat sammel nicht allzuviele Einzelbände, doch wenn mich eine Grundidee anspricht greife ich natürlich auch gerne zu ^^ Man erspart sich vor allem langes sammeln und hat ab und an erstaunlich gute Geschichten im kleinen Rahmen. Privat

würde ich z.B. folgende Einzelbänder empfehlen: Dark Hideout von Masasumi Kakizaki, ein sehr atmosphärischer Gruselthriller um einen Vater und einigen untoten Kreaturen. (Review davon hier), und auch Die Wolke von Anike Hage, eine graphische Adaption des berühmten Werkes von Gudrun Pausewang hat mich größtenteils echt unterhalten. Inwieweit da jetzt auch Zweibänder zählen die hierzulande in einem einzelnen Sammelband hinauskamen? Uff, da bin ich jetzt etwas überfragt, doch wieso nicht? Negative Happy Chainsaw Edge wäre da noch zu nennen, Eine sehr emotionale Story um Liebe, Zukunftsangst und Veränderungen... und nem Kettensägenkiller xD

 

Was haltet ihr von One Shots? Gut? Schlecht? Beliebig? Kommentare, Kritik und Korrekturen gerne gelesen ^^

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Pendergast (Mittwoch, 29 März 2017 15:03)

    "Sandland" von Akira Toriyama fällt mir da noch ein, das war verdammt spaßig und echt nicht übel für nen Einzelband ^^

  • #2

    Cait-o (Freitag, 31 März 2017 15:33)

    GOTH! Ein super Manga der mich so sehr gefesselt hatte und immer besser wurde von Seite zu Seite und mit welch einer Spannung ich den Manga verfolgt hatte, den würde ich auch immer empfehlen, allgemen sind Horror-Oneshots immer gut finde ich, hat Grusel-Flair

  • #3

    HotaruKiryu (Sonntag, 02 April 2017 19:02)

    Hach, One Shots sind immer was feines, wenn man mal Abwechslung von längeren Reihen braucht. Das Erzähltempo ist dann dementsprechend höher, aber gerade dramatische Geschichten kann man in One Shots immer schön verpacken. Einer meiner Lieblings-One Shots ist Can You Hear Me, aber vielleicht hatte ich auch noch ein paar andere, die ich mochte. Da gibts ja einige schöne Werke. Ich find es eigentlich schade, dass deutsche Mangaka immer nur One Shots zeichnen dürfen und kaum längere Storys. Gerade im Laufe einer Reihe kann man sich als Zeichner wesentlich besser entwickeln, als wenn man nur ein paar Kapitel runterzeichnet und dann wieder einen neuen Band zeichnet. Kurzgeschichten sind vielleicht was anderes, aber viele One Shots haben das Potenzial, auch mal eine etwas längere Story zu bekommen. Ansonsten teile ich deine Meinung, muss mal wieder in der Richtung nach Bänden schauen.